Nicht nur Narzissten legen sich unters Messer

Optik ist Kapital, sie strahlt Charaktereigenschaften aus und ist eines der wichtigsten Merkmale des ersten Eindrucks, den wir bei Fremden hinterlassen. Mittlerweile existieren bei beiden Geschlechtern sehr verschiedene Schönheitsideale, die kulturell bedingt und durch die Medien beeinflusst immer wieder wechseln. Was sich jedoch immer weiter durchsetzt ist der Drang vieler Menschen auch schön sein zu wollen. Dabei ist Schönheit subjektiv und liegt immer im Auge des Betrachters. Man muss nicht besonders selbstverliebt sein oder gar extrem unzufrieden mit seinem Äußeren, um dann den Gang zum Arzt zu wagen.

Angebot und Nachfrage

Das Problem ist nicht, dass wir schön sein wollen um jeden Preis, sondern das das Angebot an Aufhübschungsoptionen endlos ist. Erfahrungsberichte übers Internet, von Freunden und Bekannten oder durch die Medien vermittelte äußere Werte signalisieren uns, dass wir schön sein können wenn wir wirklich wollen. Die Behandlungen sind dabei nicht einmal besonders teuer. Obwohl die Deutschen glauben, dass Behandlungen im Ausland schlecht sind, aufgrund von zu günstigen Preisen oder möglicher fehlender Kompetenzen der Ärzte. Eine neue Studie hat hierbei herausgefunden, dass die Ergebnisse im Ausland meist genauso hochwertig wie die im Inland sind. Die Deutschen assoziieren nur mittlerweile Geld und Kosten mit guter Qualität. Was günstig ist, dass könne nichts taugen.

Als Behandlungen noch teuer waren und Ungewissheit über Resultate herrschte, legten sich nur wirklich die Menschen unters Messer, die eine Korrektur oder Anpassung benötigten. Heute kann sich praktisch jeder behandeln lassen, dafür muss man nicht besonders selbstverliebt sein. Laut einer Befragung der deutschen Gesellschaft für ästhetisch-plastische Chirurgie lassen sich die Deutschen am liebsten die Nasen und Brüste korrigieren. Dabei handelt es sich meistens um Frauen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren oder zwischen 40 und 50 Jahren.

Schönheitsoperationen sind heute gesellschaftsfähig

Früher waren Schönheitsoperationen mehr oder weniger verpönt und gesellschaftlich nicht wirklich akzeptiert. Heute gibt es eine enorme Akzeptanz in der Gesellschaft der durch den gleichzeitig ausgeübten Druck „schön sein zu müssen“ noch verstärkt wird. Dabei legen sich nicht nur Narzissten unters Messer, denen nachgesagt wird soziale Anerkennung wie Luft zum Atmen zu brauchen. Der Druck von den Menschen angenommen und bewundert zu werden, steigt jeden Tag mehr. Sogar schon bei den Jüngsten, 13 – 17 Jahren, wird immer deutlicher wie wichtig die Pflege der sozialen Profile wird. Gerade junge Mädchen folgen den sündigen Modetrends, kleiden sich offenherzig und wollen immer schneller erwachsen werden.

Natürlich gibt es neben dem Wunsch einem Ideal zu entsprechen auch wirklich notwendige Gründe für eine Operation. Wer sich nicht wohl in seiner Haut fühlt, kann schlecht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, verfällt in Depressionen oder Selbstzweifel. Das liegt auch daran, dass viele Menschen heute Optik mit Erfolg gleichsetzen. Wer kein optisch ansprechendes Äußeres aufweist, der muss auch im beruflichen Kontext versagen. Das ist eine unausgesprochene Tatsache, die indirekt doch jeder im Kopf hat.

Auch wenn uns Menschen wie Facebookgründer Zuckerberg oder Iphoneentwickler Jobs eine andere Richtung aufzeigen. Man muss heute also kein selbstverliebter Narzisst sein, um dem Wunsch nach einer Korrektur des Äußeren nachzukommen, bereits jeder vierte Ottonormalverbraucher denkt häufiger über solche Eingriffe nach. Sogar Männer folgen diesen Trends immer öfter, auch wenn sich deren Problembereiche auf andere Areale beschränken. Laut einer Studie sind die deutschen Männer nämlich besonders häufig im Bereich von Penisvergrößerungen zu finden.

Donald Trump‘s Narzissmus

Donald Trump, seit Beginn des Jahres einer der einflussreichsten Menschen der USA und gleichzeitig wohl auch einer der bekanntesten Präsidenten der Welt. Viele seiner Entscheidungen werden argwöhnisch begutachtet, das meiste von dem was er sagt und tut wird von vorneherein als Blödsinn abgestempelt. Zahlreiche Journalisten und Autoren schreiben Biografien und Analysen über den Charakter und die Gedankenwelt des Multimillionärs. Er zeigt die klassischen Züge eines Narzissten.

Ist er tatsächlich einer?

Amerika leidet unter dem neuen Amtsträger. Keiner wurde bisher so von den Medien zerrissen und bloßgestellt. Dabei könnte er einem doch eigentlich leidtun, wenn man bedenkt, dass er unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leidet und eigentlich gar nichts für sein Wesen kann. Doch viele Menschenleben sind von seinen Entscheidungen betroffen, man kann nicht einfach außer Acht lassen, dass er auf seiner Suche nach Selbsterfüllung die Leben einiger Millionen US-Amerikaner verschlechtert.

Der von Psychologe George Simon erstmals angeführte Versuch, Trump zu charakterisieren könnte heute so eins zu eins übernommen werden. Er beschreibt Trumps Wesen. Er gäbe kein anderes Ich, hinter der ganzen Fassade stecke bloß eine leere Hülle. Trump ist so weit von der armen weißen Unterschicht entfernt, wie man nur sein könne. Aber auch die Oberschicht kann sich nicht wirklich mit dem Machthaber identifizieren. Sein Auftreten in der Öffentlichkeit macht es den Menschen schwer, Sympathiepunkte für ihn aufzubringen.

Wen überzeugt Donald Trump mit seinen Aussagen?

Auch bei der Mittelschicht kann er nicht überzeugen. Die steigende Angst der Amerikaner, vor dem Nichts zu stehen obwohl man alle richtigen Schritte in Erwägung gezogen hat, breitet sich wie ein Lauffeuer immer weiter aus. Da helfen auch die halbgaren „Wir machen das schon irgendwie, einer meiner Pläne funktioniert schon“-Attitüden nicht weiter. Keiner ist so richtig von der Fähigkeit des Mannes überzeugt, aus Amerika wieder das großartige Land zu machen, welches es eigentlich nie wirklich war.

Das Problem welches sich heute aus seiner Persönlichkeitsstörung ergibt, hat ihn aber gerade erst zum Amtsinhaber gemacht. Wie erfrischend es war, einem Anwärter zu lauschen der sich traut Dinge auszusprechen und gleichzeitig die Talkshowaffinität der Amerikaner bedient. Lieber einen Kandidaten wählen, mit dem man ein Bier trinken gehen kann, ob der dann auch sein Amt wirklich beherrscht ist zweitrangig. Jetzt steht die große Nation vor dem Problem, wie sie richtig mit Trump und seinen Machtspielchen umgehen soll. Eins ist klar, der nächste Trump kommt und der Aufschrei folgt dann erst wieder nachdem er sein Amt angetreten hat.

Eine Studie über die Beweggründe für Schönheitsoperationen in Deutschland

Schönheitsoperationen und kleinere Eingriffe sind mittlerweile keine Seltenheit mehr oder gar der Oberschicht vorbehalten. Früher legten sich nur namenhafte Promis oder Reiche unters Messer. Heute hat sich die Zahl der Eingriffe im Bereich der plastischen Chirurgie fast verfünffacht. Bereits junge Mädchen im Alter von 13 Jahren denken heute immer öfter daran, sich bestimmte Problembereiche anpassen zu lassen. Auch viele Männer legen begeben sich heute viel öfter in die Obhut von Schönheitskliniken, aber woran liegt das? Einer Studie zufolge, führen die deutschen Männer besonders häufig eine Penisvergrößerung durch. Frauen hingegen nehmen kleinere Eingriffe im Gesichtsbereich, Brustvergrößerungen und Fettabsaugungen vor. Die Methoden und Möglichkeiten scheinen heute endlos, ist das vielleicht ein Grund dafür diese auch wahrzunehmen?

Beweggründe für Schönheitsoperationen

Eine Studie zum Thema aus dem Jahr 2001 zeigt andere Ergebnisse zum dem heute herrschenden Trend. 2001 gaben knapp 85 % der Befragten (insgesamt 1466 Teilnehmer) an, kein Interesse an einer Schönheitsoperation zu haben. Die Risiken und damit verbundenen Kosten seien nicht in Einklang zu bringen mit den Resultaten der Eingriffe. Der Rest teilte sich in Teilnehmer die zumindest über eine OP nachdenken oder bereits eine durchgeführt haben. Nur 30 % der Befragten gaben an, Schönheitsoperationen zu befürworten, unter der Voraussetzung, dass ein wirklicher Makel vorliege und die Person unter ihrem Aussehen leide.

Was hat sich also seit 2001 so drastisch im Denken der Menschen verändert, dass heute so viele Menschen über eine optische Aufhübschung nachdenken?

Das Problem ist eine Kombination aus sozialen Netzwerken und falsch vermittelten optischen Idealen, denen eigentlich keiner wirklich gerecht werden kann. Nicht nur Frauen leiden unter diesen Schönheitsidealen, auch Männer sind heute mehr davon betroffen als noch vor ein paar Jahren. Die Selbstdarstellung in sozialen Medien und den der Werbung besitzt heute praktisch jeder ein falsches Selbstbild. Frauen müssen möglichst schlank aber gleichzeitig auch kurvig sein. Männer sollten volles Haar und gestählte Körper besitzen. Das Mutter Natur nicht jeden mit den gleichen Merkmalen ausgestattet hat ist klar, heute gibt es aber Möglichkeiten und Wege bestimmte Merkmale anzupassen. Man sollte aber immer langsam machen und sich lange Gedanken über die Eingriffe machen. Es besteht immer auch ein gesundheitliches Risiko und schnell kann aus einer Korrektur eine Sucht werden. Schönheitsmakel sind immer subjektiver Natur, unschöne Bereiche fallen Fremden meist gar nicht erst ins Auge.

Natürlich gibt es nicht nur ästhetische Gründe für eine Operation. Viele Menschen benötigen auch eine Korrektur, weil sie in manchen Bereichen eingeschränkt sind. Diese Eingriffe, beispielsweise am Auge oder der Nase, um besser zu sehen oder Atembeschwerden zu korrigieren, gelten auch als ästhetische Eingriffe und werden daher von den Krankenkassen nicht übernommen. Diese Gruppe kann man hier allerdings beiseite stellen.

Hier noch einmal eine Zusammenfassung der Gründe für eine Schönheitsoperation:

  • Druck durch gesellschaftliche Schönheitsnormen
  • Problematisches Verhältnis zum eigenen Körper
  • Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen
  • Hohe Ansprüche gegenüber dem eigenen Körper
  • Korrekturen aus gesundheitlichen Gründen

Narzissmus und plastische Chirurgie – keine gute Mischung

Die Gefahr die von Schönheitsoperationen und deren süchtig-machender Wirkung ausgeht, ist selbst für den Ottonormalbürger ein Problem. Dem Standardbild das heute jeder von der perfekten Frau und dem muskulösen Mann im Kopf hat, kann man einfach nicht gerecht werden. Medien und Stars leben uns diesen Schein zwar vor, zeigen aber nicht die damit verbundenen Kehrseiten. Gerade bei Menschen mit narzisstischen Ausprägungen kann der Griff zum Skalpell viele Probleme mit sich bringen.

Der Narzisst neigt zu Perfektion, will alles gut machen, besser als die Konkurrenz und dabei natürlich auch besser aussehen. Narzissten selbst müssen nicht automatisch attraktiv sein, häufig passt die Kombination aber. Wer dann einmal zum Messer greift, um sich kleinere Korrekturen zu gönnen, der kann schnell in einen regelrechten Zwang verfallen. Nach der ersten OP folgt dann als bald die zweite und die dritte, bis man mit überhaupt nichts mehr wirklich zufrieden ist.

Dieser Trend ist nicht nur bei Narzissten spürbar, selbst 40 % der normalen Mädchen im Teenageralter würden sich, laut einer Befragung, einer Fettabsaugung oder Korrektur im Gesichtsbereich unterziehen. Das beste Beispiel für zu fortgeschrittenen Narzissmus ist die verstorbenen Poplegende Michael Jackson. Nach unzähligen Operationen an der Nase war diese bis zu seinem Tod derart entstellt, dass Ärzte sogar befürchteten sie könne ganz abfallen.

Perfektion und Körperkult

Narzissten sehen im gefährlichen Körperkult eher die Perfektion und das Ausleben der reinen Kreativität. Vor den möglichen Gefahren schrecken sie nicht zurück, im Gegenteil, wer schön sein will muss leiden und was sind schon ein paar Schmerzen. Dabei sind Schönheitsoperationen oder Anpassungen heute Alltag. Bereits im alten China galten kleine Füße als Schönheitsideal, oder helle Haut. Auch große Brüste oder schlanke Beine sind ein Idel vieler Frauen, dabei greifen auch immer mehr Männer zum Skalpell und setzen sich künstliche Muskeln ein. Die Problematik besteht hier nicht in der Art und Weise oder der Körperregion die zum Verschönern ausgesucht wurde, sondern die Zahl der Eingriffe.

Normale Menschen sehen eine große Problemzone, korrigieren diese und leben ihr Leben weiter. Narzissten entdecken täglich neue Zonen, die eine Aufhübschung gebrauchen könnten. Verfügen diese nun auch über die richtigen Kontakte und das nötige Kleingeld, kann aus einer Behandlung schnell eine Sucht werden. Dann hilft meist auch keine Therapie mehr. Erst wenn das Selbstbild komplett zerstört wurde und eine Korrektur der Probleme nicht mehr möglich ist, erkennen Narzissten ihre Sucht und suchen sich Hilfe. Narzissten unterliegen häufig dem Trugschluss, dass schön sein zu können, gleichzeitig wohl auch bedeutet, schön sein zu müssen. Dabei gibt es kein Ideal das man wirklich erreichen kann, das scheint dann jeder zu begreifen, nur der Narzisst denkt, er könne noch einen Schritt weiter gehen.

Untersuchung: Die Verantwortung von Ärzten bei Schönheitsoperationen

Ärzte sollten viel mehr als nur eine Operation durchführen. Sie sind in erster Linie Berater, Aufklärer und sollten sich daher Zeit nehmen eine ordentliche Voruntersuchung durchzuführen und dabei auf alle möglichen Risiken hinweisen. Das Problem dabei ist, laut einer Studie aus dem Jahr 2007, dass die meisten Ärzte zum einen aus fachlicher Sicht unzureichend geschult sind und zum anderen, dass viele Ärzte nicht ausreichend auf eine passende Beratung eingehen. Mit plastischer Chirurgie lassen sich mittlerweile große Summen erwirtschaften, allein im Jahr 2007 ließen sich über eine halbe Millionen Menschen operieren, viele Ärzte sehen daher nur die eigenen Vorteile.

Problematisch ist der öffentliche mediale Umgang mit Schönheitsoperationen.

In den Medien werden diese häufig als unproblematisch und einfach durchzuführen beschrieben. Dies mag auf einzelne Eingriffe durchaus zutreffen, trotzdem kann es danach und während der Durchführung zu Komplikationen kommen, selbst bei scheinbar einfachen Eingriffen wie einer Lippenaufpolsterung. Falsche Einspritzstellen führen zu unsauberen Ergebnissen, Narben oder gar zur Verunstaltung. Häufig sind diese Fehler nicht leicht zu korrigieren, gerade deshalb, weil die Haut erst eine Zeit lang heilen muss und weitere Eingriffe das Gewebe derart schädigen, dass eine Umkehr nicht mehr möglich ist. Hier muss zu Beginn jeder Untersuchung ein Aufklärungsgespräch stattfinden, in dem alle Einzelheiten besprochen werden, mögliche Risiken diskutieren und Komplikationen erläutert werden. Besonders wichtig in diesem Zusammenhang ist auch, der Wille des Arztes zur Durchführung der Operation. Wenn die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen besonders hoch ist, aus welchen Gründen auch immer, dann sollte ein seriöser Arzt die Operation nicht durchführen.

Beim Erstberatungsgespräch sollten daher folgende Kriterien erläutert werden:

  1. Begründung für eine Operation
    Der Patient beschreibt seine Leidensgeschichte und erläutert dem Arzt ausführlich wieso er oder sie den Eingriff benötigt. Der Arzt sollte hier auf das Alter, mögliche Zukunftspläne und Vorerkrankungen eingehen.
  2. Eine wirtschaftliche Aufklärung
    Im nächsten Schritt sollten dann Kosten besprochen werden. Diese fallen für Untersuchungen, Folgeoperationen oder Medikamente an. Dabei sollte geklärt werden ob und wenn ja in welcher Höhe die Krankenkasse an den Ausgaben beteiligt ist. Da es sich meist um optische Anpassungen handelt und keine notwendigen gesundheitlichen Gründe vorliegen, übernehmen Krankenkassen oft keinerlei Anteile.
  3. Die Risikoaufklärung
    Normalerweise sollte der Arzt hier Infobroschüren mit nach Hause geben, in die sich der Patient einlesen kann. So bleibt auch genug Zeit, um über den Eingriff nachzudenken ohne Druck und zeitliche Begrenzung durch die Sprechstunde. Im Gespräch sollten dann Risiken die mit dem Eingriff verbunden sind besprochen werden, wie lange die Heilung dauert und welche Nachuntersuchungen auf den Patienten zukommen können. Dabei sollte der Arzt immer sehr genau auf den konkreten Eingriff eingehen. Bei einer Brustvergrößerung sollten daher beispielsweise Dinge wie Schwangerschaft, Stillzeit und Berührungsempfindlichkeiten durchgesprochen werden.

Wenn Sie also nach einem seriösen Arzt suchen, achten Sie auf die folgenden Faktoren

Der Arzt sollte:

  • sich über Vorerkrankungen informieren,
  • die Motivation der Operation erfragen,
  • sich nach Zukunftsplänen erkundigen, wenn diese im Konflikt mit dem Eingriff stehen könnten,
  • über die Kosten informieren,
  • über Folgeuntersuchungen oder Eingriffe aufklären,
  • den Heilungsverlauf skizzieren,
  • genügend Bedenkzeit geben, damit keine Stresssituation entsteht.

Unterschiede zwischen weiblichem und männlichem Narzissmus

Der griechische Mythos von Narziss, dem Sohn des Flussgottes Kephissos und der Leiriope, erzählt die Geschichte eines Mannes, der von seiner Optik so fasziniert war und auch seine Umgebung dementsprechend faszinierte. Sein Leben endete tragisch.

Im Gegensatz zur griechischen Mythologie, gibt es in die hier und jetzt nicht nur männlichen Narzissmus. Sie unterscheiden sich in vielen Punkten von selbstverliebten, narzisstischen Frauen. Meist unterscheiden sich die Eigenschaften nicht nur, sie sind grundsätzlich komplett unterschiedlich.

Unterschiedliche Ausprägungen des Narzissmus

Männer tendieren dazu, sich selbst in die Höhe zu heben, auf einen Podest zu stellen und ihre Taten anzupreisen. Weiblicher Narzissmus hingegen äußert sich hier ganz anders. Er liegt in Depressionen und Minderwertigkeitskomplexen begründet. Frauen neigen eher dazu aus einer dunklen Phase heraus narzisstische Tendenzen zu entwickeln. Dies zeigt sich auch in der Selbstdarstellung im Vergleich zwischen Mann und Frau. Männer werten sich auf und versuchen, keine Möglichkeiten zum Angriff zu bieten. Frauen hingegen machen sich häufig klein und drängen sich dabei selbst in die Opferrolle. Sie versuchen dann Anerkennung zu erlangen, indem sie sich selbst aufgeben und anpassen, damit sie gemocht und akzeptiert werden. Männer hingegen beziehen hier alles auf sich und wollen Anerkennung für das was sie sind oder tun. Sie handeln nicht für andere, sondern für sich und erhoffen sich dadurch Aufmerksamkeit.

Dabei zeigt sich auch, dass Frauen sich an die Beziehungen klammern und versuchen, die negativen Gefühle ihres Partners zu absorbieren. Sie in sich aufzunehmen, um dem anderen Leid zu ersparen. Ganz im Gegensatz dazu handeln Männer komplett komplementär. Sie neigen nicht dazu sich in einer Beziehung halt zu suchen, sie distanzieren sich eher und werten ihren Partner ab. Trotzdem suchen sie Anerkennung und Aufmerksamkeit beim Partner, auch wenn sie diesen selbst nicht benötigen.

Eine Beziehung zwischen zwei Narzissten ist schwer

Eine Beziehung zwischen zwei Narzissten kann daher für die weibliche Person sehr anstrengend und kräftezehrend sein. Sie gibt sich auf, lebt für ihren Partner, unterstützt und betet an, stellt ihn auf ein Podest und hilft immer wieder zu neuen Höchstleistungen. Er zerrt an ihr, verlangt viel, braucht Aufmerksamkeit und will bemuttert werden, braucht aber auch seinen Freiraum zur Entfaltung. Prallen diese Charaktere aneinander wird sie versuchen ihn zu besänftigen und trotz allem für ihn da zu sein. Er akzeptiert ihr Verhalten und zwingt sie so zur Selbstaufgabe.

Anstatt das Problem beim Partner zu suchen, wird sie sein negatives Verhalten auf sich selbst projizieren und sich dabei noch schlechter und trotz ihrer kraftgebenden Natur nutzlos fühlen. Er nutzt ihre Situation nicht absichtlich aus, es liegt einfach in seiner Natur oder in der Natur seiner Charakterstörung so zu sein. Männliche Narzissten sind genauso, wie sie die Definition des Narzissmus beschreiben würde. Selbstverliebt, autoritär und vom Drang nach Aufmerksamkeit und Anerkennung bestimmt. Wohingegen der weibliche Narzisst zur Selbstaufgabe verdammt ist.

Der Büro-Narzisst

Narzissten sind besonders anstrengende Zeitgenossen, die einem zwar nichts Böses wollen, einen aber gerne mal zur Weißglut treiben. Der Drang nach Aufmerksamkeit und Perfektion, kann gerade im Büroalltag schnell lästig werden. Besonders nervig kann diese Charaktereigenschaft dann werden, wenn der Chef oder nahestehende Kollegen sie aufweisen.

Mein Chef der Narzisst

Ungeliebten Kollegen aus dem Weg zu gehen ist häufig gar nicht so kompliziert, beim Chef oder direkten Vorgesetzten sieht die Sache schon wieder ganz anders aus. Auch der Normalbürger arbeitet gern in Ruhe vor sich hin, erwartet hin und wieder ein wenig Anerkennung oder Lob und arbeitet am liebsten in einem freundschaftlichen oder zumindest neutralen Arbeitsumfeld. Bei einem Vorgesetzten mit narzisstischen Tendenzen sollten Sie sich auf die folgenden Probleme einstellen.

  • Wenig bis gar kein Lob, dafür viel Kritik: Nehmen Sie es nicht persönlich, diese Menschen sind einfach nicht dazu in der Lage viel Empathie zu zeigen und konzentrieren sich eher auf Fehlerquellen.
  • Keine Aussprache ist auch eine Aussprache: Viele Narzissten gehen Konflikten lieber aus dem Weg, sie scheuen die direkte Konfrontation. Lassen Sie sich das nicht bieten. Sprechen Sie Probleme und Wünsche offen an, eine Führungskraft sollte in der Lage sein seine Mitarbeiter richtig zu führen.
  • Schwankungen im Arbeitsgefüge: Chefs mit narzisstischen Tendenzen sind schwerer zufriedenzustellen. Kommt es nach jahrelanger erfolgreicher Zusammenarbeit zu Problemen, sind Narzissten schnell im Abschreiben von Leuten. Das Vertrauen und die gewonnene Zuneigung wieder zu gewinnen kann einige Zeit in Anspruch nehmen.

Was tun bei narzisstischen Kollegen?

Gerade in Großraumbüros in denen sich die Arbeit geteilt wird, kann ein Erfolg häufig mal weggeschnappt werden. Hier hilft es, die Aufgabengebiete klar abzustecken und falsche Aussagen oder Ideenklau auch offen anzusprechen. Möchte der Narzisst die Führung übernehmen, dann gewähren Sie ihm diese, in Bereichen die Sie selbst nicht übernehmen möchten, denn auf diesen Gebieten „ist er schließlich Spezialist“.

Wohl dosiertes Lob und sachliche Argumentationen können helfen, das Arbeitsklima langfristig zu halten. Dabei können Sie Konfrontationen und Sticheleien auch einfach aus dem Weg gehen.

Überlegen Sie sich lieber eine schlagfertige Antwort und steigen Sie nicht in kampflustige Argumentationen ein. Das Problem mit Narzissten ist, dass sie sich schneller angegriffen fühlen und mit Kränkungen nicht umgehen können, sie reagieren dann eher kontraproduktiv. Sprechen Sie offen aber sachlich über Probleme – zeigen Sie keine emotionale Komponente. Narzissten sind nicht in der Lage Empathie aufzubringen und werten Ihr Verhalten dann eher als Schwäche. Sie sollten nicht zur Zielscheibe des Narzissten werden.

Hierfür ein paar abschließende Hinweise:

  • Sprechen Sie offen aber sachlich.
  • Stecken Sie Arbeitsbereiche klar ab.
  • Kommunizieren Sie Probleme und vor allem Ideenklau – so etwas darf nicht passieren.
  • Werden Sie nicht emotional oder unsachlich, dies führt nur zu weiteren Problemen.

Vom Kind zum Narzisst

Narzissmus ist eine Charaktereigenschaft, die durch falsche Erziehung verstärkt oder gar ausgelöst werden kann. Problematisch hierbei ist, zu viel oder unangebrachtes Lob. Kinder können dann nicht mehr zwischen wirklich guter Arbeit und eher minderwertigen Ergebnissen unterscheiden. Wenn alles einfach immer „ganz toll“ und „super“ erledigt wurde, obwohl noch Luft nach oben ist, entwickelt das Kind eine falsche Selbstwahrnehmung.

Narzissmus ist im übertragenen Sinn ein falsches Selbstbild. Das kann erlernt und verstärkt werden, gerade wenn die Eltern involviert sind. Die Universität von Amsterdam führte zu diesem Zwecke eine Studie durch, bei der 565 Eltern und Kinder befragt wurden. Dabei sollten Eltern bestimmte Aussagen zu ihren Kindern treffen und diese Kinder dann über sich selbst Einschätzungen abgeben. Bei Eltern die ihre Kinder generell als „besser“ oder „besonders“ einstuften, konnten auch höhere Selbstwahrnehmungswerte der Kinder festgestellt werden. Dies zeigt, dass Kinder die Wahrnehmung, Aussagen und Einschätzungen über sich übernehmen und so ihre Selbstwahrnehmung geblendet wird. Dabei kann auch auf die Eltern selbst ein Rückschluss gezogen werden.

Kinder lernen Narzissmus von den Eltern. Denn Eltern die denken ihre Kinder seien besonders interessant, klug oder beliebt, haben diese Meinung auch oft von sich selbst. Irgendwo muss es das eigne Kind ja schließlich herhaben.

Es gibt zwei verschiedene Arten von Eltern

Dabei gibt es zwei Arten von Eltern, die ihre Kinder zu Narzissten erziehen. Die einen, wie bereits angedeutet, sind selbst Narzissten und übertragen ihre eigene Wahrnehmung direkt auf die des Kindes. Es ist ja „ihr Kind“, daher müsse es wohl die gleichen tollen Eigenschaften aufweisen, wie man selbst auch. Diese Eltern erziehen ihre Kinder tatsächlich mehr oder weniger zu Narzissten.

Die zweite Art von Eltern verwechselt Liebe mit Lob. Sie möchten ihren Kindern nur unter die Arme greifen, das Selbstwertgefühl aufpolieren oder unterstützend sein, dabei verwechseln sie häufig Liebe mit Lob. Wenn Ihr Kind etwas falsch macht, weisen Sie es lieber sachlich darauf hin, klären Sie es auf und sprechen Sie sachlich aber liebevoll. Einfach alles kommentarlos abzunicken, wird die geistige Entwicklung nicht fördern.

Narzissmus und die Jugend von heute

Keine Generation an Jugendlichen war so narzisstisch ausgeprägt wie die heutige. Leistungsdruck und soziale Medien verstärken diesen Trend noch weiter. Heute muss jeder individuell und einzigartig sein, sonst gehört man nur zur grauen Masse. Man sagt heute bereits, dass Menschen die viele Selfies posten und über ihren Alltag in sozialen Plattformen berichten, auch in die Gruppe der Narzissten gehören. Sie brauchen die Aufmerksamkeit und den Neid vieler fremder Menschen, um sich selbst besser zu fühlen. Die Anerkennung über Plattformen und Fremde ist heute so einfach wie nie, daher steige wohl auch die Zahl der Narzissten kontinuierlich weiter an.

Dabei könne man aber nicht fest bestimmen, ob mehr Frauen oder Männer in diese Gruppe gehören und welche Rolle kulturelle Unterschiede hier spielen. Interessanterweise sollen sozialer Rang und Status kein Indiz für Narzissmus sein.

Ein bisher gemessener Zusammenhang konnte allerdings in der Namensgebung festgestellt werden. Kinder mit außergewöhnlichen oder seltenen Namen weisen häufiger narzisstische Tendenzen auf, als jene mit durchschnittlichen Namen.

Bist Du ein Narzisst? Eindeutige Zeichen

Der eigentliche Begriff des Narzissten, abgeleitet aus der griechischen Sage über Narziss, dem Sohn des Flussgottes Kephissos, besagt, dass dieser Sohn so schön war, dass kein Mensch seinem Charme entkommen konnte. Aus Überheblichkeit und Selbstüberschätzung wies er jedoch jeden Menschen von sich. Ganz so extrem ist die Natur des Narzissten nicht und auch der optische Aspekt der Schönheit muss hier nicht zwangsläufig zutreffen. Narzissten zeichnen sich mehr durch Charaktereigenschaften als durch äußerliche Merkmale aus.

Allein die Definition des Narzissmus im Allgemeinen lässt schnell auf eine Charakterisierung des Narzissten schließen. Laut Definition sind Narzissten Menschen mit einem ausgeprägten Geltungsdrang. Sprich, sie benötigen viel Aufmerksamkeit und vor allem Anerkennung, auch für Kleinigkeiten. Des Weiteren besitzen sie ein viel zu hohes Selbstbewusstsein, welches durch die entgegengebrachte Aufmerksamkeit noch gesteigert werden soll. Sie streben nach einer gewissen Machtposition und tun sich schwer damit, Entscheidungen anderer zu akzeptieren.

Bin ich ein Narzisst?

Das Problem bei der Identifikation von Narzissten ist, dass sie ihre Machtspielchen häufig so subtil gestalten, so dass einem zunächst gar nicht auffällt, was an der Person nicht stimmen könnte. Sie zeichnen sich durch Redegewandtheit und Selbstsicherheit aus. Können Gespräche steuern und die Aufmerksamkeit magisch an sich ziehen. Es fällt daher zu Beginn sehr schwer die Problematik hinter dieser Charakterschwäche zu identifizieren, denn oft wissen die Betroffenen selbst gar nicht, dass sie an dieser Schwäche leiden. Sie verstehen nicht, dass andere Menschen ihrem Drang zur Selbstbeweihräucherung gar nicht nachkommen möchten oder können. Wer schon einmal mit einem Narzissten zu tun hatte, der weiß selbst wie Kräfteraubend der Kontakt und die Beziehung zu diesen Menschen sein kann. Gerade in einer festen Partnerschaft kommen viele hier an ihre Grenzen.

Welche Zeichen müssen Sie also beachten, um festzustellen, ob Sie selbst oder einer ihrer Freunde an dieser Ausprägung leidet?

Eines der auffälligsten Merkmale ist der Drang nach Aufmerksamkeit und Geltung. Sprich, Narzissten brauchen Anerkennung wie Luft zum Atmen. Sie werden niemals müde über sich und ihre Errungenschaften zu sprechen, ihre Leistungen zu loben und ihr Leben zu verbalisieren. Zunächst scheint diese Eigenschaft nach Mitteilungsdrang eher charmant und cool, denn sie projizieren die gewollte Aufmerksamkeit zunächst auf den Gesprächspartner. Diese schwingt bald aber um in Selbstbeweihräucherung.

Um einen Narzissten einfach zu entlarven, wurden daher an der Ohio State Universität Studien zur Thematik durchgeführt, die zum Ergebnis gekommen sind, das Narzissten sich anhand einer einfachen Frage entlarven lassen.

Fragen Sie ganz einfach „Wenn du dich selbst einschätzen müsstest, auf einer Skala von 1 bis 7, wie stark ist dein Narzissmus ausgeprägt?“

Klingt zunächst weder subtil noch besonders erfolgversprechend. Doch richtige Narzissten sind von dieser Frage meist nicht überfordert oder gar erschrocken. Sie antworten ehrlich, denn sie sind meist stolz darauf narzisstisch veranlagt zu sein und werden sich daher einen recht hohen Wert zuweisen. Sie sehen darin selbst nichts schlechtes, empfinden es eher als charakterliche Stärke und definieren sich daher gerade durch diesen Begriff.

Hier noch einmal die wichtigsten Merkmalseigenschaften im Überblick:

  • Sie sind redegewandt und besitzen eine Menge Charme.
  • Sie brauchen viel Aufmerksamkeit und haben einen ausgeprägten Geltungsdrang.
  • Sie streben nach Dominanz und können daher nicht gut mit Kritik umgehen.
  • Sie können nur schwer auf ihre Mitmenschen eingehen und Empathie zeigen.