Die Kieferorthopädie als effektives Instrument zur Prävention und Behandlung von Zahn- und Kieferfehlstellungen

Die Kieferorthopädie ist ein interdisziplinäres zahnmedizinisches Fachgebiet, das primär auf die Verhütung und Behandlung von Zahn- und Kieferfehstellungen fokussiert ist. Durch spezifische Behandlungsmaßnahmen werden zuverlässig Fehlstellungen ausgeglichen, die unbehandelt langfristig die Atem-, Kau- und Beißtätigkeit des Patienten negativ beeinflussen würden. Ein zahnmedizinisch falscher Biss stört die Funktionalität von Mund und Zähnen und kann die Entstehung unterschiedlicher Krankheitsbilder begünstigen. Als Instrumente zur Zahnregulierung dienen herausnehmbare und festsitzende kieferorthopädische Geräte. Innovative Technologien garantieren grundsätzlich ästhetische Behandlungsergebnisse.

Kieferorthopädische Eingriffe werden sowohl im bleibenden Gebiss als auch im Wechsel- bzw. Milchgebiss durchgeführt. Anwendungen im Wechselgebiss werden als Frühbehandlungen klassifiziert. Kinder ab einem Alter von 4 Jahren erhalten Frühbehandlungen, sofern definierte Zahn- oder Kieferfehlstellungen diagnostiziert sind, die maßgeblich Wachstum oder Entwicklung von Zähnen, Zahnhalteapparat oder Kiefer beeinträchtigen. Neugeborene mit Lippen-Gaumen-Kieferspalte werden zeitnah einer fachübergreifenden kieferorthopädischen Behandlung unterzogen, um die Missbildung umgehend zu behandeln.

Seit Anfang der 1970er Jahre zählen kieferorthopädische Behandlungen zum Leistungskatalog der vertragszahnärztlichen Versorgung. Gesetzlich versicherte Krankenkassenmitglieder haben bei spezifischer Indikation prinzipiell ein Anrecht auf eine kieferorthopädische Therapie bzw. Versorgung zulasten der jeweiligen Krankenkasse. Seit dem Jahre 2003 erfolgt eine Einstufung des individuellen Krankheitsbildes anhand spezieller kieferorthopädischer Indikationsgruppen. Versicherte, die älter als 18 Jahre sind, besitzen keinen Anspruch auf eine derartige Kostenübernahme der kieferorthopädische Behandlung durch die GKV. Volljährige Patienten müssen die Kosten für ihre kieferorthopädische Versorgung eigenständig zahlen. Diesbezügliche Ausnahmen bilden Patienten, die schwere Kieferanomalien aufweisen, die zwingend den Bedarf nach einer kombinierten kieferchirurgischen und kieferorthopädischen Behandlung auslösen.

Zahnschienen für einwandfreie Funktionalität und Ästhetik

In der Kieferorthopädie finden unterschiedliche Typen von Zahnschienen Anwendung. So existieren Modelle zur Behandlung von CMD, Zähneknirschen und Bruxismus (Zähne knirschen und Zähne pressen). Im Idealfall erzielt die Therapie zudem eine Harmonisierung von Zähnen und Kiefergelenk. Die Kieferorthopäden fertigen sämtliche Zahnschienen auf Basis des jeweiligen individuellen Patientengebisses an. Eine umfassende Voruntersuchung des Mundraumes bildet die Grundvoraussetzung für eine optimal zugeschnittene Therapie mit einer Zahnschiene. Ergänzend wird auf dem Markt mit der nahezu unsichtbaren Methode „Aligner Invisalign®“ eine Zahnschiene angeboten, die schiefe Zähne sanft in eine harmonische Position rückt.

Zahnschienen kommen in der Kieferorthopädie in erster Line als Okklusionsschienen zum Einsatz. Die individuell angefertigten Apparaturen sollen den Kontakt zwischen den Zähnen des Ober- und Unterkiefers verhindern. Die Schienen sorgen dafür, dass die einzelnen Zähne wie Zahnräder ineinander greifen (Okklusion), anstatt sich gegenseitig zu behindern. Zähne des Unter- und Oberkiefers, die nicht zueinander passen, werden durch den funktionalen Aufbissbehelf passend. Ist die Okklusion gestört, entstehen Fehlbelastungen der Zähne, die mit fortschreitender Manifestation in ein Abschleifen der Zähne münden. Diese Entwicklung schädigt dauerhaft Zähne und Zahnhalteapparat. Zusätzlich verhindert die individuelle Schienentherapie Verspannungen der Kau- und Gesichtsmuskulatur, die die klinischen Merkmale einer „kraniomandibulären Dysfunktion“ (CMD) hervorrufen können. Eine erfolgreiche Schienentherapie heilt deshalb Sekundärbeschwerden einer CMD. Kiefergelenkbeschwerden, Migräne-Attacken, Tinnitus sowie Kopf- bzw. Gesichtsschmerzen klingen in der Folge bei den Patienten ab. Eine Okklusionsschiene muss zwingend einen passgenauen und spannungsfreien Sitz aufweisen.

Zur Behandlung von Zähneknirschen wird eine Tiefziehschiene eingesetzt. Derartige Zahnschienen haben kein therapeutisches Ziel, sondern fungieren ausschließlich als Schutz von Zähnen und Zahnfleisch.

Invisalign® ist eine Zahnschiene, die schonend Zahnfehlstellungen korrigiert. Bei ausgeprägten Fehlbissen und Kiefergelenksproblemen sind die Zahnschienen unwirksam. Wegen ihrer unauffälligen, transparenten Optik ist das Modell mit einem hohen Ästhetik-Faktor verknüpft. Da die Zahnschiene aus Kunststoff gefertigt ist, verursacht das Tragen keine Verletzungen im Mundraum und wirkt sich nicht negativ auf die Sprachfähigkeit aus. Ein hoher Tragekomfort zeichnet die Zahnschienen aus. Kieferorthopäden oder Zahnärzte, die die Modelle anbieten, erhalten von der Herstellerfirma eine spezielle Ausbildung. Dieses Vorgehen garantiert eine fachgerechte Behandlung und umfasst regelmäßige Kontrolltermine bei dem ausführenden Zahnmediziner.

Gewerbliche Anbieter werben mit gefährlichen Konzepten und deutsche Kieferorthopäden geraten unter Legitimationsdruck

Zahlreiche gewerbliche Anbieter kopieren das mittlerweile ausgelaufene Patent der ursprünglichen Herstellerfirma „Align Technology“ und bieten über Start-Ups kostengünstige Kunststoffzahnschienen ohne Arztbesuch an. Für die Herstellung der Zahnschiene sendet der Patient dem Unternehmen Fotos seiner Zähne, einen Fragebogen und einen Zahnabruck zu, den er eigenständig zu Hause anfertigt. Der 3D-Abdruck wird im Nachgang simuliert und der Verbraucher erhält nach der Produktion seine Zahnschiene. Termine bei kooperierenden Zahnmedizinern umfasst das Konzept nicht. Das in Berlin ansässige Unternehmen „SunshineSmile“ wirbt mit einem derartigen Geschäftsmodell. In Berlin unterhält das Start-Up eine Zahnarztpraxis, die Patienten zur Behandlung aufsuchen können. Für Kunden, die außerhalb von Berlin leben, existiert dieses Angebot nicht.

Zahnmediziner warnen eindringlich davor derartige Konzepte in Anspruch zu nehmen, da sie ein hohes Risiko für die individuelle Zahn- und Mundgesundheit darstellen. Laut Aussagen der Bundeszahnärztekammer birgt das Geschäftsmodell ein signifikantes Risiko für Behandlungsfehler, die zu schwerwiegenden Entzündungen des Zahnhalteapparates und zu Zahnverlust führen können.

Laut Experten gerät die deutsche Kieferorthopädie derzeit massiv unter Legitimationsdruck. Zahlreiche Forschungsergebnisse stellen die Präventionshypothesen der Kieferorthopädie in Frage. So belegen Untersuchungen nicht ausreichend die wissenschaftliche Evidenz der Theorien. Einzelne Behandlungsmethoden stehen im direkten Widerspruch zu internationalen Standards. Gleiches gilt für die verhältnismäßige lange Behandlungsdauer. Insider werfen Zahnmedizinern die überdurchschnittliche Durchführung wissenschaftlich umstrittener Frühbehandlungen vor. Zusätzlich bieten die Kieferorthopäden außervertragliche Zusatzleistungen an, die mit keinem zahnmedizinischen Nutzen verbunden sind. Profitgier treibe die Kieferorthopäden zu diesem Vorgehen, so Branchenkenner.

Kieferorthopädie in Berlin

Berlin besitzt mit aktuell 3500 praktizierenden Zahnmedizinern eine überdurchschnittlich dichte zahnärztliche Versorgung. Im Stadtgebiet existieren rund 26000 Zahnarztpraxen, die die gesetzlich Versicherten Berliner mitsamt ihren mitversicherten Familienmitgliedern betreuen und behandeln. Der zahnärztliche Bedarfsplan belegt eine einhundertprozentige Versorgung der Bevölkerung. Laut Statistiken entfallen auf einen Zahnarzt 1280 Einwohner. Der kieferorthopädische Bedarfsplan dokumentiert ebenfalls eine Vollversorgung der Berliner Einwohner. 240 Praxen mit Schwerpunkt der Kieferorthopädie sind in der Bundeshauptstadt registriert. Pro zugelassenen Kieferorthopäden gibt es im Stadtgebiet 4000 Einwohner. Im Schnitt bearbeiten die Berliner Zahnmediziner etwa 3,7 Millionen Behandlungsfälle pro Jahr.

Das kieferorthopädische Angebot in Berlin ist aufgrund dessen als hochkonzentriert einzustufen.

Wenn Schönheit zur Sucht wird

Einfach den Körper künstlich verändern, um perfekt zu sein. Das habe ich mir zumindest am Anfang gedacht. Etwas Bauchfett anheben und absaugen, die Brüste und das Gesicht straffen und dazu noch etwas Hyaluronsäure in die Wangen spritzen. Ich war 25 Jahre bei meiner ersten Operation. Ungefähr ein Drittel aller Eingriffe finden bei Menschen zwischen 17 und 30 Jahre statt. Zu Beginn meiner Reihe an Schönheitsoperationen, habe ich mich einfach nur in meinem Körper unwohl gefühlt. Ich habe mich als zu dick empfunden und habe mir etwas Fett absaugen lassen. Das Ganze war ein sehr invasiver Eingriff, weil mir unter Vollnarkose die Bauchdecke angehoben wurde. Nachdem die Schmerzen und Schwellungen vorbei waren, habe ich mich viel besser gefühlt. Ich habe mich gesünder ernährt, bin wieder regelmäßig zum Sport gegangen und habe auf natürlichem Wege noch eine Pfunde abgenommen.

Invasiver Eingriff, die Brust-OP

Schließlich hat sich mein Körper soweit verändert, dass meine Brüste nicht mehr so straff waren und sie kleiner geworden sind. Aber ich war nicht alleine, auch mein Freund wollte sich einer Brustoperation unterziehen, einer Gynäkomastie. Hier werden dem Mann Fett und Drüsengewebe entfernt. Im Monat machen das 20 -25 Männer, sagt unser behandelnder Arzt. Ich bin froh, dass wir die Brustoperationen gemeinsam durchgestanden haben. Durch die Fettabsaugung und die Brustoperation ist mir aufgefallen, dass ich nun an einem Punkt angekommen bin, an dem ich alles an mir verändern lassen möchte. So habe ich mir mit Hyaluronsäure die Wangen auffüllen lassen. Das ist ein kleiner, nicht invasiver Eingriff. Anders als bei der Bauch- oder Brustoperation.

Neugewonnenes Selbstwertgefühl

Die vielen künstlichen Eingriffe an meinen Körper haben mir ein besseres Selbstwertgefühl gegeben. Ich habe mich stark und erfolgreich gefühlt. Dazu habe ich noch eine tolle Ausstrahlung bekommen. Ich bekam immer wieder Komplimente von den Menschen aus meinem Umfeld. Ich habe mich durch die künstlichen Veränderungen besser gefühlt. Gleichzeitig war immer häufiger auf der Suche nach Anerkennung und Lob für mein Aussehen. Als mein Freund und mein Arzt von meiner geplanten Nasenoperation erfuhren, fragten sie mich, ob es mir wirklich gut geht.

HydraFacial, eine nicht invasive Gesichtsbehandlung

Und ob es nicht besser wäre, mal mit einen Psychotherapeuten zu sprechen. Mein Freund hatte schon gemerkt, dass ich immer narzisstischer und ichbezogener geworden bin. Beziehungsweise wenn Lob ausgeblieben ist, ist bei mir häufiger die Sicherung durchgebrannt und ich wurde sehr wütend. Das Ganze ist schon knapp 5 Jahre her. Und seitdem bin ich in Therapie. Ich lasse mir immer noch künstlich den Körper verändern. Zwar mache ich nur noch nicht invasive Eingriffe, wie HydraFacial. Das ist eine Gesichtsbehandlung, bei der die Haut intensiv gereinigt wird. Aber ein Leben ohne Schönheitsoperationen, beziehungsweise künstlichen Veränderungen kann ich mir bisher nicht vorstellen.

Ästhetische Zahnheilkunde: Luxus – Zähne

Meine Tochter ist im letzten Monat 30 Jahre geworden und hat sich zu ihrem Geburtstag eine Invisalign-Therapie gewünscht. Das ist eine kieferorthopädische Behandlungsmethode mit durchsichtigen, herausnehmbaren Polyurethanschienen als Zahnspange. Es ist ein sonderbarer Geburtstagswunsch, aber mein Mann und ich wollten ihr diesen besonderen Wunsch erfüllen. Sie hat sich immer sehr unwohl mit ihren Zähnen gefühlt. Sie hat einen leichten Überbiss, und vermeidet deswegen das Lächeln, was mein Mann und Ich sehr schade finden. Bislang schlägt die Behandlungsmethode sehr gut bei ihr an. Neulich habe ich sie gefragt, weswegen sie so viel Wert auf das Aussehen ihrer Zähne legt und sie meinte, Zähne sind ein Luxus und verleihen einem Menschen Souveränität. Das hat mich nachdenklich gemacht. Vor einigen Jahren wurde bei meiner Zahnbehandlung, einer meiner Zahnnerven am Backenzahn sehr stark beschädigt. Der behandelnde Arzt hat mir zu der Zeit Zahnkronen aus Gold und Platin als Lösung angeboten. Zum Glück, so sehe ich es heute, hat sich mein Backenzahnproblem noch etwas hingezogen. Erst vor kurzem hat meine Zahnärztin beschlossen, dass es ohne Krone nicht mehr geht. Mein Zahn ist zu mürbe geworden und Füllungen halten nicht mehr. Ich sage zum Glück, weil es heute viel ästhetischere Methoden gibt das Gebiss zu reparieren. Tolle Zähne sind nämlich nach wie vor ein Indikator für ein gepflegtes Selbstbild, habe ich durch meine Tochter gelernt.

High-Tech: Porzellan

Beispielsweise ist Porzellan heutzutage das Non Plus-Ultra der ästhetischen Zahnheilkunde. Dies liegt an seinem neuen Werkstoff, Zirkoniumdioxid. Zirkoniumdioxid sieht echten Zähnen zum Verwechseln ähnlich und ist genauso bissfest, wie eine Gold-Legierung. Die Vollkeramik-Kronen bestehen komplett aus Porzellan und sie schaden der Gesundheit nicht, anders als einige Metall-Legierungen. Sie können auch keine Allergien auslösen und sind bestens für Allergiker geeignet. Ich habe mich sehr über diese Nachricht gefreut. Unter anderem wird der Zahntechniker die Krone meinen Zähnen in Farbe, Lichtdurchlässigkeit und Härte anpassen. Das Material der Porzellankrone hat andere Eigenschaften als Metall. Es ist beispielsweise leichter und empfänglicher für Temperaturreize. Besonders günstig ist meine Krone nicht, ich habe dafür knapp 500 Euro gezahlt. In der Regel kostet sie zwischen 400 und 600 Euro. Im Vergleich zu einer Goldkrone, die im Schnitt 250 Euro kostet. Krankenkassen leisten eine Zuzahlung von ungefähr 200 Euro, egal für welche Krone. Und die Lebensdauer der Vollkeramik-Krone liegt bei einer guten Pflege bei 30 Jahren. Die Lebensdauer bei der Goldkrone hält bis zu 25 Jahre.

Strahlend weiße Zähne

Nachdem meine Tochter und ich uns um die medizinischen Komponenten unseres Gebisses gekümmert haben, möchten wir uns nun gemeinsam die Zähne aufhellen lassen. Mein Mann meint, wir leiden unter diesen gesellschaftlichen Optimierungswahn. Heute gibt es viel sanftere Methoden seine Zähne aufzuhellen, wie Zahnpasten mit Aktiv-Kohle oder eine zwei-Phasen-Technologie, die auf Oxidation setzt und die Zähne bis zu vier Nuancen aufhellt. Ich habe bisher nur positive Erfahrungen mit der Aktiv-Kohle Zahnpaste sammeln können. Meine Zähne sind wirklich heller geworden. Was ich mir jetzt nun von meinem Mann zum Geburtstag wünsche, ist ein Lifting fürs Zahnfleisch.

Mini-Lifting fürs Zahnfleisch

Bei dem Lifting wird Hyaluronsäure direkt ins Zahnfleisch gespritzt, das sorgt für einen Wiederaufbau des Zahnfleisches. Perfekt für Menschen mit großen Zahnzwischenräumen und freistehenden Zahnhälsen. Mit dieser heilfördernden Methode lassen sich sogar zurückgebildete Interdentalpapillen (damit ist das Zahnfleisch zwischen den Zähnen gemeint) auf schonende Weise wieder aufbauen. Leider kostet so eine Behandlung ungefähr 400 Euro.

„Die Kultur des Narzissmus“ von Christopher Lasch

Der amerikanische Historiker Christopher Lasch (46) beschreibt in seinem Buch „Kultur des Narzißmus – Amerikanisches Leben in einem Zeitalter schwindender Erwartungen“ den Verfall unser Welt. Statt soziales Engagement und Revolte, sind wir total auf uns selbst fixiert. Lasch sieht die Züge des Narzissmus in der ichbezogenen Abkehr von der Politik. Und was soll ich sagen, er hat Recht! Meine Großeltern und meine Eltern waren häufig auf Demonstrationen und in unterschiedlichen Vereinen aktiv. Sie haben sich gesellschaftspolitisch in unserer Nachbarschaft engagiert. Meine Generation, ich bin vor kurzem 24 Jahre alt geworden, ist total ichbezogen und in einem Selbstoptimierungswahn gefangen. Einige meiner Freund*innen gehen regelmäßig zum Sport und posten während ihres Trainings irgendwelche Selfies auf Instagram. Und wenn ich aus Versehen vergesse ihr Selfie oder ihr Kommentar zu liken, dann sind sie direkt sauer, gekränkt und werfen mir unschöne Wörter an den Kopf. Nach Lasch, ist das eine narzisstische Selbstbespiegelung. Aber nicht nur meine Freund*innen und Bekannte versuchen immer blendend auszusehen oder sich ins rechte Licht zu rücken, sondern auch viele Politiker, Künstler oder Prominente praktizieren eine narzisstische Selbstbespiegelung für ihr Image. Heutzutage ist Schwäche zeigen nicht erlaubt. Das ist sicher auch einer der Gründe, warum die Menschen so kalt geworden sind und die Gesellschaft an Humanität verloren hat. Laut dem Zeitkritiker Lasch, sind die Menschen an Narzissmus erkrankt. Der Name ist eine Anlehnung an die griechische Sage von dem Schönling Narziss, der sich am See in sein Spiegelbild verliebte und ertrank.

Sigmund Freud und der Narzissmus

Und diese Erkrankung geht auf den Psychoanalytiker Sigmund Freund zurück. Er hatte zum Jahrhundertbeginn den Seelenzustand, welcher die ersten Lebensmonate eines Menschen bestimmt, charakterisiert. In diesen Monaten ist der Mensch noch unfähig eine physische Trennung zwischen sich und dem Rest der Welt zu erkennen. Der Säugling richtet in dieser Entwicklungsphase alle libidinösen Regungen auf den eigenen Körper und sexualisiert sich als Objekt. Während seiner Studien zur Schizophrenie ist Freud auf Patienten gestoßen, die dazu neigen, in die frühkindliche, egozentrische Innenwelt des (primären) Narzissmus zurückzufallen. Mögliche Symptome sind Kontaktarmut aus Angst und Unfähigkeit Emotionen nach außen dringen zu lassen, Realitätsverlust sowie abwechselnde Selbstüberschätzung und das quälende Gefühl, ein Nichts zu sein. Historiker Lasch stellt in seinem Bestseller fest, dass unserer patriarchalischen Gesellschaft der Ödipus-Komplex verloren gegangen ist. Der Mensch fokussiert sich in unserer spätkapitalistischen Industriegesellschaften auf das Ich.

Das narzisstische Ego als wachsendes Produkt unserer Massengesellschaft

Das narzisstische Ego ist ein wachsendes Produkt der Massengesellschaft. Es ist nie erwachsen geworden und immer süchtig nach Bewunderung und Selbstbestätigung von außen, wie ich es bei meinem Umfeld erlebe. Ich frage mich, wie wir diesem Massenphänomen entgegenwirken können. Selbst dem Autor von „Kultur des Narzißmus – Amerikanisches Leben in einem Zeitalter schwindender Erwartungen“ fehlt es an Lösungen. Er meint, dass ihm bisher die Vision einer neuen Gesellschaft fehlt, in der der Narzissmus überwunden ist. Er meinte, vielleicht helfen Bürgerinitiativen oder Gemeinschaftsaktivitäten, um die Menschen zusammen zu bringen. Ich denke auch, dass uns soziales und politisches Engagement helfen und uns mehr Menschlichkeit gut tun würde. Vor allem im Spätkapitalismus, in dem immer mehr Menschen an Armut sterben oder wegen Kriegen ihre Heimat und Familien verlassen müssen. Ich denke im Anderen lässt sich auch das eigene Ich erkennen, weswegen wir empathisch miteinander umgehen sollten.

Die sozialen Medien und deren Narzissten

Praktisch jeder Mensch im Alter zwischen 13 und 60 Jahren nutzt heute soziale Medien. Die jüngere Generation will dabei sein, die Trends verfolgen und am besten schnell erwachsen werden. Die anderen möchten in Kontakt mit Freunden aus Schule und Arbeit bleiben, suchen nach neuen Kontakten oder lassen sich einfach von der Sucht nach Informationen mitreißen. Alles über jeden wissen, die persönlichen Erfolge feiern und neidisch auf die der anderen herabblicken. Das ist die heutige Gesellschaft, die moderne Struktur in der die neue Generation groß wird. Sie löst Probleme, schafft aber gleichzeitig auch viele.

Wie angenehm muss eine Kindheit sein, in der man nicht ständig den Drang hat sich mitzuteilen und dabei auf das zustimmende Klicken der Freunde und Bekannten zu hoffen?

Viele Studien zum Thema mit dem Umgang von sozialen Medien haben herausgefunden, dass Menschen die dazu neigen täglich Selfies zu posten oder generell sehr aktiv in den sozialen Netzwerken zu sein, eine narzisstische Persönlichkeitsstörung haben. Diese Menschen wissen meist gar nicht, dass sie unter dieser Krankheit leiden, sind die Symptome doch weder mit Schmerz verbunden, noch mit anderen negativen Folgen. Die Bestätigung und die Anzahl an generierten Klicks ist eine Belohnung, für die man gerne jeden Tag mehr von sich preisgibt.

Es gibt zwei Arten von Narzissten, die soziale Medien nutzen.

Es gibt großspurige und verletzliche Narzissten. Letztere sind in meist allen öffentlichen Netzwerken zu finden, posten auch täglich über ihr Leben sind aber unfassbar unsicher mit sich selbst. Sie brauchen die Bestätigung anderer in Form von Klicks, um gegen diese Unsicherheit anzukämpfen. Sie erschaffen dabei meist ein zweites Ich, das öffentliche Ich, das so ganz anders als der echte Mensch dahinter zu sein scheint. Die einen, die in dieser Kategorie sitzen, blühen dann auf und generieren Selbstbewusstsein. Die anderen verkümmern regelrecht, ziehen sich immer weiter zurück, weil sie die Aufmerksamkeit die sie benötigen nicht bekommen oder eben nicht in dem Ausmaß wie sie es gern hätten. Das führt zu Selbstzweifeln und Verunsicherung über die eigene Person.

Die zweite Kategorie, die Großspurigen, stecken in einer sich selbst verstärkenden Spirale der Selbstliebe. Sie bekommen die gewünschte Aufmerksamkeit, generieren täglich neue Follower und posten daher mehrmals am Tag Bilder oder Videos. Man liebt oder hasst sie. Manchmal sind darunter interessante Persönlichkeiten, die ein wirklich abwechslungsreiches Leben führen. Andere wiederum posten so viele Belanglosigkeiten, dass man sich wirklich wundern muss, wer sich eigentlich für deren Inhalte interessiert.

Was können wir für die Zukunft lernen?

Fakt ist, die heute Gesellschaft formt immer mehr Menschen zu Narzissten, die den Trends folgen müssen, weil sich allein daraus ihr Selbstwertgefühl speist und sie keine eigenständige Persönlichkeit mehr formen können, wenn diese nicht von anderen bestätigt wird. Dieser Trend ist gefährlich, er schafft zu viele Selbstdarsteller und Blender und noch mehr Zweifler, die diesem „Ideal“ nicht entsprechen können.

Nicht nur Narzissten legen sich unters Messer

Optik ist Kapital, sie strahlt Charaktereigenschaften aus und ist eines der wichtigsten Merkmale des ersten Eindrucks, den wir bei Fremden hinterlassen. Mittlerweile existieren bei beiden Geschlechtern sehr verschiedene Schönheitsideale, die kulturell bedingt und durch die Medien beeinflusst immer wieder wechseln. Was sich jedoch immer weiter durchsetzt ist der Drang vieler Menschen auch schön sein zu wollen. Dabei ist Schönheit subjektiv und liegt immer im Auge des Betrachters. Man muss nicht besonders selbstverliebt sein oder gar extrem unzufrieden mit seinem Äußeren, um dann den Gang zum Arzt zu wagen.

Angebot und Nachfrage

Das Problem ist nicht, dass wir schön sein wollen um jeden Preis, sondern das das Angebot an Aufhübschungsoptionen endlos ist. Erfahrungsberichte übers Internet, von Freunden und Bekannten oder durch die Medien vermittelte äußere Werte signalisieren uns, dass wir schön sein können wenn wir wirklich wollen. Die Behandlungen sind dabei nicht einmal besonders teuer. Obwohl die Deutschen glauben, dass Behandlungen im Ausland schlecht sind, aufgrund von zu günstigen Preisen oder möglicher fehlender Kompetenzen der Ärzte. Eine neue Studie hat hierbei herausgefunden, dass die Ergebnisse im Ausland meist genauso hochwertig wie die im Inland sind. Die Deutschen assoziieren nur mittlerweile Geld und Kosten mit guter Qualität. Was günstig ist, dass könne nichts taugen.

Als Behandlungen noch teuer waren und Ungewissheit über Resultate herrschte, legten sich nur wirklich die Menschen unters Messer, die eine Korrektur oder Anpassung benötigten. Heute kann sich praktisch jeder behandeln lassen, dafür muss man nicht besonders selbstverliebt sein. Laut einer Befragung der deutschen Gesellschaft für ästhetisch-plastische Chirurgie lassen sich die Deutschen am liebsten die Nasen und Brüste korrigieren. Dabei handelt es sich meistens um Frauen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren oder zwischen 40 und 50 Jahren.

Schönheitsoperationen sind heute gesellschaftsfähig

Früher waren Schönheitsoperationen mehr oder weniger verpönt und gesellschaftlich nicht wirklich akzeptiert. Heute gibt es eine enorme Akzeptanz in der Gesellschaft der durch den gleichzeitig ausgeübten Druck „schön sein zu müssen“ noch verstärkt wird. Dabei legen sich nicht nur Narzissten unters Messer, denen nachgesagt wird soziale Anerkennung wie Luft zum Atmen zu brauchen. Der Druck von den Menschen angenommen und bewundert zu werden, steigt jeden Tag mehr. Sogar schon bei den Jüngsten, 13 – 17 Jahren, wird immer deutlicher wie wichtig die Pflege der sozialen Profile wird. Gerade junge Mädchen folgen den sündigen Modetrends, kleiden sich offenherzig und wollen immer schneller erwachsen werden.

Natürlich gibt es neben dem Wunsch einem Ideal zu entsprechen auch wirklich notwendige Gründe für eine Operation. Wer sich nicht wohl in seiner Haut fühlt, kann schlecht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, verfällt in Depressionen oder Selbstzweifel. Das liegt auch daran, dass viele Menschen heute Optik mit Erfolg gleichsetzen. Wer kein optisch ansprechendes Äußeres aufweist, der muss auch im beruflichen Kontext versagen. Das ist eine unausgesprochene Tatsache, die indirekt doch jeder im Kopf hat.

Auch wenn uns Menschen wie Facebookgründer Zuckerberg oder Iphoneentwickler Jobs eine andere Richtung aufzeigen. Man muss heute also kein selbstverliebter Narzisst sein, um dem Wunsch nach einer Korrektur des Äußeren nachzukommen, bereits jeder vierte Ottonormalverbraucher denkt häufiger über solche Eingriffe nach. Sogar Männer folgen diesen Trends immer öfter, auch wenn sich deren Problembereiche auf andere Areale beschränken. Laut einer Studie sind die deutschen Männer nämlich besonders häufig im Bereich von Penisvergrößerungen zu finden.

Donald Trump‘s Narzissmus

Donald Trump, seit Beginn des Jahres einer der einflussreichsten Menschen der USA und gleichzeitig wohl auch einer der bekanntesten Präsidenten der Welt. Viele seiner Entscheidungen werden argwöhnisch begutachtet, das meiste von dem was er sagt und tut wird von vorneherein als Blödsinn abgestempelt. Zahlreiche Journalisten und Autoren schreiben Biografien und Analysen über den Charakter und die Gedankenwelt des Multimillionärs. Er zeigt die klassischen Züge eines Narzissten.

Ist er tatsächlich einer?

Amerika leidet unter dem neuen Amtsträger. Keiner wurde bisher so von den Medien zerrissen und bloßgestellt. Dabei könnte er einem doch eigentlich leidtun, wenn man bedenkt, dass er unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leidet und eigentlich gar nichts für sein Wesen kann. Doch viele Menschenleben sind von seinen Entscheidungen betroffen, man kann nicht einfach außer Acht lassen, dass er auf seiner Suche nach Selbsterfüllung die Leben einiger Millionen US-Amerikaner verschlechtert.

Der von Psychologe George Simon erstmals angeführte Versuch, Trump zu charakterisieren könnte heute so eins zu eins übernommen werden. Er beschreibt Trumps Wesen. Er gäbe kein anderes Ich, hinter der ganzen Fassade stecke bloß eine leere Hülle. Trump ist so weit von der armen weißen Unterschicht entfernt, wie man nur sein könne. Aber auch die Oberschicht kann sich nicht wirklich mit dem Machthaber identifizieren. Sein Auftreten in der Öffentlichkeit macht es den Menschen schwer, Sympathiepunkte für ihn aufzubringen.

Wen überzeugt Donald Trump mit seinen Aussagen?

Auch bei der Mittelschicht kann er nicht überzeugen. Die steigende Angst der Amerikaner, vor dem Nichts zu stehen obwohl man alle richtigen Schritte in Erwägung gezogen hat, breitet sich wie ein Lauffeuer immer weiter aus. Da helfen auch die halbgaren „Wir machen das schon irgendwie, einer meiner Pläne funktioniert schon“-Attitüden nicht weiter. Keiner ist so richtig von der Fähigkeit des Mannes überzeugt, aus Amerika wieder das großartige Land zu machen, welches es eigentlich nie wirklich war.

Das Problem welches sich heute aus seiner Persönlichkeitsstörung ergibt, hat ihn aber gerade erst zum Amtsinhaber gemacht. Wie erfrischend es war, einem Anwärter zu lauschen der sich traut Dinge auszusprechen und gleichzeitig die Talkshowaffinität der Amerikaner bedient. Lieber einen Kandidaten wählen, mit dem man ein Bier trinken gehen kann, ob der dann auch sein Amt wirklich beherrscht ist zweitrangig. Jetzt steht die große Nation vor dem Problem, wie sie richtig mit Trump und seinen Machtspielchen umgehen soll. Eins ist klar, der nächste Trump kommt und der Aufschrei folgt dann erst wieder nachdem er sein Amt angetreten hat.

Eine Studie über die Beweggründe für Schönheitsoperationen in Deutschland

Schönheitsoperationen und kleinere Eingriffe sind mittlerweile keine Seltenheit mehr oder gar der Oberschicht vorbehalten. Früher legten sich nur namenhafte Promis oder Reiche unters Messer. Heute hat sich die Zahl der Eingriffe im Bereich der plastischen Chirurgie fast verfünffacht. Bereits junge Mädchen im Alter von 13 Jahren denken heute immer öfter daran, sich bestimmte Problembereiche anpassen zu lassen. Auch viele Männer legen begeben sich heute viel öfter in die Obhut von Schönheitskliniken, aber woran liegt das? Einer Studie zufolge, führen die deutschen Männer besonders häufig eine Penisvergrößerung durch. Frauen hingegen nehmen kleinere Eingriffe im Gesichtsbereich, Brustvergrößerungen und Fettabsaugungen vor. Die Methoden und Möglichkeiten scheinen heute endlos, ist das vielleicht ein Grund dafür diese auch wahrzunehmen?

Beweggründe für Schönheitsoperationen

Eine Studie zum Thema aus dem Jahr 2001 zeigt andere Ergebnisse zum dem heute herrschenden Trend. 2001 gaben knapp 85 % der Befragten (insgesamt 1466 Teilnehmer) an, kein Interesse an einer Schönheitsoperation zu haben. Die Risiken und damit verbundenen Kosten seien nicht in Einklang zu bringen mit den Resultaten der Eingriffe. Der Rest teilte sich in Teilnehmer die zumindest über eine OP nachdenken oder bereits eine durchgeführt haben. Nur 30 % der Befragten gaben an, Schönheitsoperationen zu befürworten, unter der Voraussetzung, dass ein wirklicher Makel vorliege und die Person unter ihrem Aussehen leide.

Was hat sich also seit 2001 so drastisch im Denken der Menschen verändert, dass heute so viele Menschen über eine optische Aufhübschung nachdenken?

Das Problem ist eine Kombination aus sozialen Netzwerken und falsch vermittelten optischen Idealen, denen eigentlich keiner wirklich gerecht werden kann. Nicht nur Frauen leiden unter diesen Schönheitsidealen, auch Männer sind heute mehr davon betroffen als noch vor ein paar Jahren. Die Selbstdarstellung in sozialen Medien und den der Werbung besitzt heute praktisch jeder ein falsches Selbstbild. Frauen müssen möglichst schlank aber gleichzeitig auch kurvig sein. Männer sollten volles Haar und gestählte Körper besitzen. Das Mutter Natur nicht jeden mit den gleichen Merkmalen ausgestattet hat ist klar, heute gibt es aber Möglichkeiten und Wege bestimmte Merkmale anzupassen. Man sollte aber immer langsam machen und sich lange Gedanken über die Eingriffe machen. Es besteht immer auch ein gesundheitliches Risiko und schnell kann aus einer Korrektur eine Sucht werden. Schönheitsmakel sind immer subjektiver Natur, unschöne Bereiche fallen Fremden meist gar nicht erst ins Auge.

Natürlich gibt es nicht nur ästhetische Gründe für eine Operation. Viele Menschen benötigen auch eine Korrektur, weil sie in manchen Bereichen eingeschränkt sind. Diese Eingriffe, beispielsweise am Auge oder der Nase, um besser zu sehen oder Atembeschwerden zu korrigieren, gelten auch als ästhetische Eingriffe und werden daher von den Krankenkassen nicht übernommen. Diese Gruppe kann man hier allerdings beiseite stellen.

Hier noch einmal eine Zusammenfassung der Gründe für eine Schönheitsoperation:

  • Druck durch gesellschaftliche Schönheitsnormen
  • Problematisches Verhältnis zum eigenen Körper
  • Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen
  • Hohe Ansprüche gegenüber dem eigenen Körper
  • Korrekturen aus gesundheitlichen Gründen

Narzissmus und plastische Chirurgie – keine gute Mischung

Die Gefahr die von Schönheitsoperationen und deren süchtig-machender Wirkung ausgeht, ist selbst für den Ottonormalbürger ein Problem. Dem Standardbild das heute jeder von der perfekten Frau und dem muskulösen Mann im Kopf hat, kann man einfach nicht gerecht werden. Medien und Stars leben uns diesen Schein zwar vor, zeigen aber nicht die damit verbundenen Kehrseiten. Gerade bei Menschen mit narzisstischen Ausprägungen kann der Griff zum Skalpell viele Probleme mit sich bringen.

Der Narzisst neigt zu Perfektion, will alles gut machen, besser als die Konkurrenz und dabei natürlich auch besser aussehen. Narzissten selbst müssen nicht automatisch attraktiv sein, häufig passt die Kombination aber. Wer dann einmal zum Messer greift, um sich kleinere Korrekturen zu gönnen, der kann schnell in einen regelrechten Zwang verfallen. Nach der ersten OP folgt dann als bald die zweite und die dritte, bis man mit überhaupt nichts mehr wirklich zufrieden ist.

Dieser Trend ist nicht nur bei Narzissten spürbar, selbst 40 % der normalen Mädchen im Teenageralter würden sich, laut einer Befragung, einer Fettabsaugung oder Korrektur im Gesichtsbereich unterziehen. Das beste Beispiel für zu fortgeschrittenen Narzissmus ist die verstorbenen Poplegende Michael Jackson. Nach unzähligen Operationen an der Nase war diese bis zu seinem Tod derart entstellt, dass Ärzte sogar befürchteten sie könne ganz abfallen.

Perfektion und Körperkult

Narzissten sehen im gefährlichen Körperkult eher die Perfektion und das Ausleben der reinen Kreativität. Vor den möglichen Gefahren schrecken sie nicht zurück, im Gegenteil, wer schön sein will muss leiden und was sind schon ein paar Schmerzen. Dabei sind Schönheitsoperationen oder Anpassungen heute Alltag. Bereits im alten China galten kleine Füße als Schönheitsideal, oder helle Haut. Auch große Brüste oder schlanke Beine sind ein Idel vieler Frauen, dabei greifen auch immer mehr Männer zum Skalpell und setzen sich künstliche Muskeln ein. Die Problematik besteht hier nicht in der Art und Weise oder der Körperregion die zum Verschönern ausgesucht wurde, sondern die Zahl der Eingriffe.

Normale Menschen sehen eine große Problemzone, korrigieren diese und leben ihr Leben weiter. Narzissten entdecken täglich neue Zonen, die eine Aufhübschung gebrauchen könnten. Verfügen diese nun auch über die richtigen Kontakte und das nötige Kleingeld, kann aus einer Behandlung schnell eine Sucht werden. Dann hilft meist auch keine Therapie mehr. Erst wenn das Selbstbild komplett zerstört wurde und eine Korrektur der Probleme nicht mehr möglich ist, erkennen Narzissten ihre Sucht und suchen sich Hilfe. Narzissten unterliegen häufig dem Trugschluss, dass schön sein zu können, gleichzeitig wohl auch bedeutet, schön sein zu müssen. Dabei gibt es kein Ideal das man wirklich erreichen kann, das scheint dann jeder zu begreifen, nur der Narzisst denkt, er könne noch einen Schritt weiter gehen.

Untersuchung: Die Verantwortung von Ärzten bei Schönheitsoperationen

Ärzte sollten viel mehr als nur eine Operation durchführen. Sie sind in erster Linie Berater, Aufklärer und sollten sich daher Zeit nehmen eine ordentliche Voruntersuchung durchzuführen und dabei auf alle möglichen Risiken hinweisen. Das Problem dabei ist, laut einer Studie aus dem Jahr 2007, dass die meisten Ärzte zum einen aus fachlicher Sicht unzureichend geschult sind und zum anderen, dass viele Ärzte nicht ausreichend auf eine passende Beratung eingehen. Mit plastischer Chirurgie lassen sich mittlerweile große Summen erwirtschaften, allein im Jahr 2007 ließen sich über eine halbe Millionen Menschen operieren, viele Ärzte sehen daher nur die eigenen Vorteile.

Problematisch ist der öffentliche mediale Umgang mit Schönheitsoperationen.

In den Medien werden diese häufig als unproblematisch und einfach durchzuführen beschrieben. Dies mag auf einzelne Eingriffe durchaus zutreffen, trotzdem kann es danach und während der Durchführung zu Komplikationen kommen, selbst bei scheinbar einfachen Eingriffen wie einer Lippenaufpolsterung. Falsche Einspritzstellen führen zu unsauberen Ergebnissen, Narben oder gar zur Verunstaltung. Häufig sind diese Fehler nicht leicht zu korrigieren, gerade deshalb, weil die Haut erst eine Zeit lang heilen muss und weitere Eingriffe das Gewebe derart schädigen, dass eine Umkehr nicht mehr möglich ist. Hier muss zu Beginn jeder Untersuchung ein Aufklärungsgespräch stattfinden, in dem alle Einzelheiten besprochen werden, mögliche Risiken diskutieren und Komplikationen erläutert werden. Besonders wichtig in diesem Zusammenhang ist auch, der Wille des Arztes zur Durchführung der Operation. Wenn die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen besonders hoch ist, aus welchen Gründen auch immer, dann sollte ein seriöser Arzt die Operation nicht durchführen.

Beim Erstberatungsgespräch sollten daher folgende Kriterien erläutert werden:

  1. Begründung für eine Operation
    Der Patient beschreibt seine Leidensgeschichte und erläutert dem Arzt ausführlich wieso er oder sie den Eingriff benötigt. Der Arzt sollte hier auf das Alter, mögliche Zukunftspläne und Vorerkrankungen eingehen.
  2. Eine wirtschaftliche Aufklärung
    Im nächsten Schritt sollten dann Kosten besprochen werden. Diese fallen für Untersuchungen, Folgeoperationen oder Medikamente an. Dabei sollte geklärt werden ob und wenn ja in welcher Höhe die Krankenkasse an den Ausgaben beteiligt ist. Da es sich meist um optische Anpassungen handelt und keine notwendigen gesundheitlichen Gründe vorliegen, übernehmen Krankenkassen oft keinerlei Anteile.
  3. Die Risikoaufklärung
    Normalerweise sollte der Arzt hier Infobroschüren mit nach Hause geben, in die sich der Patient einlesen kann. So bleibt auch genug Zeit, um über den Eingriff nachzudenken ohne Druck und zeitliche Begrenzung durch die Sprechstunde. Im Gespräch sollten dann Risiken die mit dem Eingriff verbunden sind besprochen werden, wie lange die Heilung dauert und welche Nachuntersuchungen auf den Patienten zukommen können. Dabei sollte der Arzt immer sehr genau auf den konkreten Eingriff eingehen. Bei einer Brustvergrößerung sollten daher beispielsweise Dinge wie Schwangerschaft, Stillzeit und Berührungsempfindlichkeiten durchgesprochen werden.

Wenn Sie also nach einem seriösen Arzt suchen, achten Sie auf die folgenden Faktoren

Der Arzt sollte:

  • sich über Vorerkrankungen informieren,
  • die Motivation der Operation erfragen,
  • sich nach Zukunftsplänen erkundigen, wenn diese im Konflikt mit dem Eingriff stehen könnten,
  • über die Kosten informieren,
  • über Folgeuntersuchungen oder Eingriffe aufklären,
  • den Heilungsverlauf skizzieren,
  • genügend Bedenkzeit geben, damit keine Stresssituation entsteht.