Die sozialen Medien und deren Narzissten

Praktisch jeder Mensch im Alter zwischen 13 und 60 Jahren nutzt heute soziale Medien. Die jüngere Generation will dabei sein, die Trends verfolgen und am besten schnell erwachsen werden. Die anderen möchten in Kontakt mit Freunden aus Schule und Arbeit bleiben, suchen nach neuen Kontakten oder lassen sich einfach von der Sucht nach Informationen mitreißen. Alles über jeden wissen, die persönlichen Erfolge feiern und neidisch auf die der anderen herabblicken. Das ist die heutige Gesellschaft, die moderne Struktur in der die neue Generation groß wird. Sie löst Probleme, schafft aber gleichzeitig auch viele.

Wie angenehm muss eine Kindheit sein, in der man nicht ständig den Drang hat sich mitzuteilen und dabei auf das zustimmende Klicken der Freunde und Bekannten zu hoffen?

Viele Studien zum Thema mit dem Umgang von sozialen Medien haben herausgefunden, dass Menschen die dazu neigen täglich Selfies zu posten oder generell sehr aktiv in den sozialen Netzwerken zu sein, eine narzisstische Persönlichkeitsstörung haben. Diese Menschen wissen meist gar nicht, dass sie unter dieser Krankheit leiden, sind die Symptome doch weder mit Schmerz verbunden, noch mit anderen negativen Folgen. Die Bestätigung und die Anzahl an generierten Klicks ist eine Belohnung, für die man gerne jeden Tag mehr von sich preisgibt.

Es gibt zwei Arten von Narzissten, die soziale Medien nutzen.

Es gibt großspurige und verletzliche Narzissten. Letztere sind in meist allen öffentlichen Netzwerken zu finden, posten auch täglich über ihr Leben sind aber unfassbar unsicher mit sich selbst. Sie brauchen die Bestätigung anderer in Form von Klicks, um gegen diese Unsicherheit anzukämpfen. Sie erschaffen dabei meist ein zweites Ich, das öffentliche Ich, das so ganz anders als der echte Mensch dahinter zu sein scheint. Die einen, die in dieser Kategorie sitzen, blühen dann auf und generieren Selbstbewusstsein. Die anderen verkümmern regelrecht, ziehen sich immer weiter zurück, weil sie die Aufmerksamkeit die sie benötigen nicht bekommen oder eben nicht in dem Ausmaß wie sie es gern hätten. Das führt zu Selbstzweifeln und Verunsicherung über die eigene Person.

Die zweite Kategorie, die Großspurigen, stecken in einer sich selbst verstärkenden Spirale der Selbstliebe. Sie bekommen die gewünschte Aufmerksamkeit, generieren täglich neue Follower und posten daher mehrmals am Tag Bilder oder Videos. Man liebt oder hasst sie. Manchmal sind darunter interessante Persönlichkeiten, die ein wirklich abwechslungsreiches Leben führen. Andere wiederum posten so viele Belanglosigkeiten, dass man sich wirklich wundern muss, wer sich eigentlich für deren Inhalte interessiert.

Was können wir für die Zukunft lernen?

Fakt ist, die heute Gesellschaft formt immer mehr Menschen zu Narzissten, die den Trends folgen müssen, weil sich allein daraus ihr Selbstwertgefühl speist und sie keine eigenständige Persönlichkeit mehr formen können, wenn diese nicht von anderen bestätigt wird. Dieser Trend ist gefährlich, er schafft zu viele Selbstdarsteller und Blender und noch mehr Zweifler, die diesem „Ideal“ nicht entsprechen können.