Narzissmus und plastische Chirurgie – keine gute Mischung

Die Gefahr die von Schönheitsoperationen und deren süchtig-machender Wirkung ausgeht, ist selbst für den Ottonormalbürger ein Problem. Dem Standardbild das heute jeder von der perfekten Frau und dem muskulösen Mann im Kopf hat, kann man einfach nicht gerecht werden. Medien und Stars leben uns diesen Schein zwar vor, zeigen aber nicht die damit verbundenen Kehrseiten. Gerade bei Menschen mit narzisstischen Ausprägungen kann der Griff zum Skalpell viele Probleme mit sich bringen.

Der Narzisst neigt zu Perfektion, will alles gut machen, besser als die Konkurrenz und dabei natürlich auch besser aussehen. Narzissten selbst müssen nicht automatisch attraktiv sein, häufig passt die Kombination aber. Wer dann einmal zum Messer greift, um sich kleinere Korrekturen zu gönnen, der kann schnell in einen regelrechten Zwang verfallen. Nach der ersten OP folgt dann als bald die zweite und die dritte, bis man mit überhaupt nichts mehr wirklich zufrieden ist.

Dieser Trend ist nicht nur bei Narzissten spürbar, selbst 40 % der normalen Mädchen im Teenageralter würden sich, laut einer Befragung, einer Fettabsaugung oder Korrektur im Gesichtsbereich unterziehen. Das beste Beispiel für zu fortgeschrittenen Narzissmus ist die verstorbenen Poplegende Michael Jackson. Nach unzähligen Operationen an der Nase war diese bis zu seinem Tod derart entstellt, dass Ärzte sogar befürchteten sie könne ganz abfallen.

Perfektion und Körperkult

Narzissten sehen im gefährlichen Körperkult eher die Perfektion und das Ausleben der reinen Kreativität. Vor den möglichen Gefahren schrecken sie nicht zurück, im Gegenteil, wer schön sein will muss leiden und was sind schon ein paar Schmerzen. Dabei sind Schönheitsoperationen oder Anpassungen heute Alltag. Bereits im alten China galten kleine Füße als Schönheitsideal, oder helle Haut. Auch große Brüste oder schlanke Beine sind ein Idel vieler Frauen, dabei greifen auch immer mehr Männer zum Skalpell und setzen sich künstliche Muskeln ein. Die Problematik besteht hier nicht in der Art und Weise oder der Körperregion die zum Verschönern ausgesucht wurde, sondern die Zahl der Eingriffe.

Normale Menschen sehen eine große Problemzone, korrigieren diese und leben ihr Leben weiter. Narzissten entdecken täglich neue Zonen, die eine Aufhübschung gebrauchen könnten. Verfügen diese nun auch über die richtigen Kontakte und das nötige Kleingeld, kann aus einer Behandlung schnell eine Sucht werden. Dann hilft meist auch keine Therapie mehr. Erst wenn das Selbstbild komplett zerstört wurde und eine Korrektur der Probleme nicht mehr möglich ist, erkennen Narzissten ihre Sucht und suchen sich Hilfe. Narzissten unterliegen häufig dem Trugschluss, dass schön sein zu können, gleichzeitig wohl auch bedeutet, schön sein zu müssen. Dabei gibt es kein Ideal das man wirklich erreichen kann, das scheint dann jeder zu begreifen, nur der Narzisst denkt, er könne noch einen Schritt weiter gehen.