Nicht nur Narzissten legen sich unters Messer

Optik ist Kapital, sie strahlt Charaktereigenschaften aus und ist eines der wichtigsten Merkmale des ersten Eindrucks, den wir bei Fremden hinterlassen. Mittlerweile existieren bei beiden Geschlechtern sehr verschiedene Schönheitsideale, die kulturell bedingt und durch die Medien beeinflusst immer wieder wechseln. Was sich jedoch immer weiter durchsetzt ist der Drang vieler Menschen auch schön sein zu wollen. Dabei ist Schönheit subjektiv und liegt immer im Auge des Betrachters. Man muss nicht besonders selbstverliebt sein oder gar extrem unzufrieden mit seinem Äußeren, um dann den Gang zum Arzt zu wagen.

Angebot und Nachfrage

Das Problem ist nicht, dass wir schön sein wollen um jeden Preis, sondern das das Angebot an Aufhübschungsoptionen endlos ist. Erfahrungsberichte übers Internet, von Freunden und Bekannten oder durch die Medien vermittelte äußere Werte signalisieren uns, dass wir schön sein können wenn wir wirklich wollen. Die Behandlungen sind dabei nicht einmal besonders teuer. Obwohl die Deutschen glauben, dass Behandlungen im Ausland schlecht sind, aufgrund von zu günstigen Preisen oder möglicher fehlender Kompetenzen der Ärzte. Eine neue Studie hat hierbei herausgefunden, dass die Ergebnisse im Ausland meist genauso hochwertig wie die im Inland sind. Die Deutschen assoziieren nur mittlerweile Geld und Kosten mit guter Qualität. Was günstig ist, dass könne nichts taugen.

Als Behandlungen noch teuer waren und Ungewissheit über Resultate herrschte, legten sich nur wirklich die Menschen unters Messer, die eine Korrektur oder Anpassung benötigten. Heute kann sich praktisch jeder behandeln lassen, dafür muss man nicht besonders selbstverliebt sein. Laut einer Befragung der deutschen Gesellschaft für ästhetisch-plastische Chirurgie lassen sich die Deutschen am liebsten die Nasen und Brüste korrigieren. Dabei handelt es sich meistens um Frauen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren oder zwischen 40 und 50 Jahren.

Schönheitsoperationen sind heute gesellschaftsfähig

Früher waren Schönheitsoperationen mehr oder weniger verpönt und gesellschaftlich nicht wirklich akzeptiert. Heute gibt es eine enorme Akzeptanz in der Gesellschaft der durch den gleichzeitig ausgeübten Druck „schön sein zu müssen“ noch verstärkt wird. Dabei legen sich nicht nur Narzissten unters Messer, denen nachgesagt wird soziale Anerkennung wie Luft zum Atmen zu brauchen. Der Druck von den Menschen angenommen und bewundert zu werden, steigt jeden Tag mehr. Sogar schon bei den Jüngsten, 13 – 17 Jahren, wird immer deutlicher wie wichtig die Pflege der sozialen Profile wird. Gerade junge Mädchen folgen den sündigen Modetrends, kleiden sich offenherzig und wollen immer schneller erwachsen werden.

Natürlich gibt es neben dem Wunsch einem Ideal zu entsprechen auch wirklich notwendige Gründe für eine Operation. Wer sich nicht wohl in seiner Haut fühlt, kann schlecht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, verfällt in Depressionen oder Selbstzweifel. Das liegt auch daran, dass viele Menschen heute Optik mit Erfolg gleichsetzen. Wer kein optisch ansprechendes Äußeres aufweist, der muss auch im beruflichen Kontext versagen. Das ist eine unausgesprochene Tatsache, die indirekt doch jeder im Kopf hat.

Auch wenn uns Menschen wie Facebookgründer Zuckerberg oder Iphoneentwickler Jobs eine andere Richtung aufzeigen. Man muss heute also kein selbstverliebter Narzisst sein, um dem Wunsch nach einer Korrektur des Äußeren nachzukommen, bereits jeder vierte Ottonormalverbraucher denkt häufiger über solche Eingriffe nach. Sogar Männer folgen diesen Trends immer öfter, auch wenn sich deren Problembereiche auf andere Areale beschränken. Laut einer Studie sind die deutschen Männer nämlich besonders häufig im Bereich von Penisvergrößerungen zu finden.