Untersuchung: Die Verantwortung von Ärzten bei Schönheitsoperationen

Ärzte sollten viel mehr als nur eine Operation durchführen. Sie sind in erster Linie Berater, Aufklärer und sollten sich daher Zeit nehmen eine ordentliche Voruntersuchung durchzuführen und dabei auf alle möglichen Risiken hinweisen. Das Problem dabei ist, laut einer Studie aus dem Jahr 2007, dass die meisten Ärzte zum einen aus fachlicher Sicht unzureichend geschult sind und zum anderen, dass viele Ärzte nicht ausreichend auf eine passende Beratung eingehen. Mit plastischer Chirurgie lassen sich mittlerweile große Summen erwirtschaften, allein im Jahr 2007 ließen sich über eine halbe Millionen Menschen operieren, viele Ärzte sehen daher nur die eigenen Vorteile.

Problematisch ist der öffentliche mediale Umgang mit Schönheitsoperationen.

In den Medien werden diese häufig als unproblematisch und einfach durchzuführen beschrieben. Dies mag auf einzelne Eingriffe durchaus zutreffen, trotzdem kann es danach und während der Durchführung zu Komplikationen kommen, selbst bei scheinbar einfachen Eingriffen wie einer Lippenaufpolsterung. Falsche Einspritzstellen führen zu unsauberen Ergebnissen, Narben oder gar zur Verunstaltung. Häufig sind diese Fehler nicht leicht zu korrigieren, gerade deshalb, weil die Haut erst eine Zeit lang heilen muss und weitere Eingriffe das Gewebe derart schädigen, dass eine Umkehr nicht mehr möglich ist. Hier muss zu Beginn jeder Untersuchung ein Aufklärungsgespräch stattfinden, in dem alle Einzelheiten besprochen werden, mögliche Risiken diskutieren und Komplikationen erläutert werden. Besonders wichtig in diesem Zusammenhang ist auch, der Wille des Arztes zur Durchführung der Operation. Wenn die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen besonders hoch ist, aus welchen Gründen auch immer, dann sollte ein seriöser Arzt die Operation nicht durchführen.

Beim Erstberatungsgespräch sollten daher folgende Kriterien erläutert werden:

  1. Begründung für eine Operation
    Der Patient beschreibt seine Leidensgeschichte und erläutert dem Arzt ausführlich wieso er oder sie den Eingriff benötigt. Der Arzt sollte hier auf das Alter, mögliche Zukunftspläne und Vorerkrankungen eingehen.
  2. Eine wirtschaftliche Aufklärung
    Im nächsten Schritt sollten dann Kosten besprochen werden. Diese fallen für Untersuchungen, Folgeoperationen oder Medikamente an. Dabei sollte geklärt werden ob und wenn ja in welcher Höhe die Krankenkasse an den Ausgaben beteiligt ist. Da es sich meist um optische Anpassungen handelt und keine notwendigen gesundheitlichen Gründe vorliegen, übernehmen Krankenkassen oft keinerlei Anteile.
  3. Die Risikoaufklärung
    Normalerweise sollte der Arzt hier Infobroschüren mit nach Hause geben, in die sich der Patient einlesen kann. So bleibt auch genug Zeit, um über den Eingriff nachzudenken ohne Druck und zeitliche Begrenzung durch die Sprechstunde. Im Gespräch sollten dann Risiken die mit dem Eingriff verbunden sind besprochen werden, wie lange die Heilung dauert und welche Nachuntersuchungen auf den Patienten zukommen können. Dabei sollte der Arzt immer sehr genau auf den konkreten Eingriff eingehen. Bei einer Brustvergrößerung sollten daher beispielsweise Dinge wie Schwangerschaft, Stillzeit und Berührungsempfindlichkeiten durchgesprochen werden.

Wenn Sie also nach einem seriösen Arzt suchen, achten Sie auf die folgenden Faktoren

Der Arzt sollte:

  • sich über Vorerkrankungen informieren,
  • die Motivation der Operation erfragen,
  • sich nach Zukunftsplänen erkundigen, wenn diese im Konflikt mit dem Eingriff stehen könnten,
  • über die Kosten informieren,
  • über Folgeuntersuchungen oder Eingriffe aufklären,
  • den Heilungsverlauf skizzieren,
  • genügend Bedenkzeit geben, damit keine Stresssituation entsteht.